Elterliche Sorge – Gemeinsames Sorgerecht und Wechselmodell

 

  1. Eine gemeinsame elterliche Sorge ist auch bei Trennung und Scheidung der vom Gesetzgeber vorgegebene Regelfall. Sofern jedoch zwischen den Eltern eine Einigung in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung nicht zu erreichen ist, entspricht die Übertragung auf einen Elternteil dem Wohl des Kindes am besten. Die Ausübung der elterlichen Sorge setzt eine ausreichende Gesprächsgrundlage der Eltern voraus. Sind die Eltern erheblichen Kommunikations- und Kooperationskonflikten ausgesetzt, ist die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht mehr möglich und beeinträchtigt das Kindeswohl. Das gemeinsame Sorgerecht ist ebenfalls aufzulösen, wenn die Eltern in Erziehungsfragen unterschiedlicher Meinung sind und ein tiefes Zerwürfnis sie hindert, die Belange des Kindes wahrzunehmen, vgl. OLG Düsseldorf, FamRZ 1999,1157.

  2. Wechselmodell bedeutet, dass sich die Eltern die Sorge und Pflege um das Kind aufteilen und kein Aufenthaltsschwerpunkt vorliegt. Grundvoraussetzung für die Praktizierung eines sog. Wechselmodells ist ein niedriges Konfliktpotential der Eltern. Es ist nicht im Interesse des Kindeswohls, wenn es vorrangig dazu dient, die jeweiligen Machtpositionen oder Interessenslagen der Eltern auszunutzen, vgl. OLG München FamRZ, 2007, 753; OLG Dresden FamRZ 2005,125. Unverzichtbare Voraussetzung ist die Kommunikation der Eltern und die Kooperationsfähigkeit, vgl. OLG Nürnberg Beschluß vom 22.07.2011-7 UF 830/11. Bezüglich eines Wechselmodells muss Einigkeit zwischen den Eltern bestehen, dass sich beide Eltern den Aufenthalt teilen. Diesbezüglich ist keine gerichtliche Geltendmachung möglich, da man den anderen Elternteil nicht dazu verpflichten kann.

 

Martina Brandlhuber
-Fachanwältin für Familienrecht-

Familienrecht

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